Programmkino: Das brandneue Testament

Schräge Komödie aus Frankreich

Gott (Benoît Poelvoorde) ist ein Bürger Belgiens und führt ein ganz normales, ziviles Leben mit Frau (Yolande Moreau) und Kind in Brüssel. Und so normal wie sein Leben sind auch seine familiären Probleme: Er hat Zoff mit Tochter Ea (Pili Groyne). Die Auswirkungen dieses Streits sind dann aber schon nicht mehr ganz so harmlos, denn da Papa Gott ist, führt es zu einem unglaublichen Chaos, als sich Ea in den Computer ihres Vaters hackt. Sie hat nämlich genug vom despotischen Verhalten des Allmächtigen und seinen Launen, die er in Form von Kriegen und Naturkatastrophen immer wieder auf die Menschheit herunterprasseln lässt. Und so durchkreuzt sie die Allmacht ihres Vaters, indem sie seine geheime Datei mit den Todesdaten aller Menschen öffnet und diese ganz persönliche Information jedem Sterblichen per SMS zukommen lässt. Prompt drehen die Menschen durch und Ea sieht ihre Chance gekommen, inmitten dieses Chaos ein brandneues Testament zu etablieren, samt neuen Aposteln und allem. Aber Gott findet sich mit der Revolte seiner Tochter natürlich nicht einfach so ab… Man stelle sich vor, der liebe Gott würde nicht im Himmel wohnen, sondern mitten in Brüssel – und er wäre auch gar nicht lieb, sondern würde diebische Freude dabei empfindet, die von ihm erschaffene Menschheit jeden Tag aufs Neue zu quälen. Genau diesem absurden Gedanken widmet sich Jaco Van Dormael („Mr. Nobody“) in seiner im besten Sinne gotteslästerlichen Komödie „Das brandneue Testament“. Der belgische Filmemacher präsentiert Gott als Menschen aus Fleisch und Blut, der plötzlich mit seinen eigenen Geboten konfrontiert wird. Das Ergebnis ist ein schräger, aber höchst unterhaltsamer Film, der nicht von ungefähr als „Beste Komödie“ für den Europäischen Filmpreis 2015 nominiert wurde und in dem mit Catherine Deneuve („Belle de jour – Schöne des Tages“) auch noch eine Grande Dame des französischen Kinos in einer ungewöhnlichen Nebenrolle zu sehen ist.



Ab 19 Uhr gibt es wie immer Sushi und Suppe - Schüler und Studenten zahlen keinen Eintritt.