Programmkino: Tage oder Stunden

Französisches Kino: gefühvoll, spannend und unterhaltsam

Die französischen Filmemacher überfluten uns in letzter Zeit mit Filmen, die auch bei uns erfolgreich in den Kinos laufen. Zwischen den populären Filmen „Willkommen bei den Sch’tis“, „C´est la vie“ und „Affären à la Carte“ haben wir eine echte Perle entdeckt. „Tage oder Stunden“ von Jean Becker (Dialog mit meinem Gärtner) ist spannendes, gefühlvolles und unterhaltsames französisches Kino.
Antoine (Albert Dupontel) ist Teilhaber einer gut gehenden Werbeagentur, attraktiv, hat eine bezaubernde Frau und zwei wunderbare Kinder. Mit seiner Familie wohnt er in einem schönen Haus. Bis auf das schwierige Verhältnis zu seinem Vater, führt er ein Leben wie gemalt, möchte man meinen. Kurz vor seinem 42. Geburtstag beginnt er einen gnadenlosen Feldzug gegen die Verlogenheit seiner Mitmenschen, ohne sich dabei um „Political Correctness“ oder Konsequenzen zu kümmern. Zuerst muss ein wichtiger Werbekunde in der Agentur dran glauben. Antoine macht sich während einer Geschäftsbesprechung über das Produkt des Kunden lustig. Danach bietet er scheinbar angeödet seinem Geschäftspartner seine Firmenanteile an. Später trifft sich Antoine im Lokal mit einer anderen Frau und wird prompt von einer Freundin seiner Frau gesehen. Entsprechend hängt der Haussegen ziemlich schief, als er nach Hause kommt. Doch er denkt gar nicht daran, seiner Frau Cécile (Marie-Josée Croze) die Situation zu erklären. Am folgenden Tag hat er Geburtstag und kritisiert sogar die Bilder seiner Kinder. Die Überraschungsparty mit seinen Freunden gerät zum Desaster. Schonungslos tischt er ihnen verletzende Wahrheiten auf, bis es zu einer Schlägerei kommt. Damit hat er nun all das zerstört, was bisher sein Leben ausgemacht hat. Ist es ein Anfall von Wahnsinn? Hat er einfach eine Midlife-Crisis? Oder hat es etwas mit der Frau zu tun, mit der er sich im Lokal getroffen hat?
Jean Becker lässt seinen Helden unbequeme Wahrheiten aussprechen, die viele Menschen wohl ebenfalls gerne einmal loswerden würden. Die Motive seiner Hauptfigur entschlüsselt er jedoch gegen Ende des Films. Mit Albert Dupontel (Ein perfekter Platz, Mathilde – Eine große Liebe) und Marie-Josée Croze (Schmetterling und Taucherglocke, Die Invasion der Barbaren) kann der Film mit souveränen Hauptdarstellern glänzen.
Beachtet auch unsere Filmwerkklappe. Diese erhält man an der Kasse. Bei viermal Kino gibt es einen Film frei.
Schüler und Studenten zahlen keinen Eintritt.
Ab 19 Uhr gibt es wie immer leckeres Sushi und Suppe.
http://www.tageoderstunden.de/

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