Programmkino: Die Welt ist groß und Rettung lauert überall

Ein schöner und aufregender Film zum Thema Migration.

Die Vorlage zum Film ist einer der besten Romane zum Thema Migration, der jemals geschrieben wurde. Der Autor Ilija Trojanow, in Bulgarien geboren und selbst – wie seine Protagonisten - nach Deutschland emigriert, hat das Buch in deutscher Sprache verfasst. Für seinen Roman „Der Weltensammler“ wurde Trojanow 2006 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. 2009 erhält Ilja Trojanow den renommierten „Würth-Preis für Europäische Literatur“.
Der aus Bulgarien stammende Regisseur Stephan Komandarev hat den Roman nun warmherzig verfilmt. Am Beginn der Geschichte steht ein Autounfall. Alexander (Carlo Ljubek) und seine Eltern wollen nach über 20 Jahren erstmals wieder ihre Heimat in Bulgarien besuchen. Als der Wagen von der Straße abkommt, sterben die Eltern von Alexander. Er überlebt schwer verletzt, kann sich jedoch an nichts mehr erinnern. Sein Großvater Bai Dan (Miki Manojlovic) reist aus Bulgarien nach Deutschland, um seinem Enkel zu helfen. Weil nicht einmal das Backgammonspiel, welches von Bai Dan fast schon religiös verehrt wird, die retrograde Amnesie überwinden kann, überredet der Großvater Alexander zu einer gemeinsamen Fahrradtour nach Bulgarien. Auf der Reise quer durch halb Europa, lernen sich Großvater und Enkel ganz neu kennen und Alexanders Erinnerungen an die Vergangenheit, die Kindheit in Bulgarien und die Flucht über Jugoslawien nach Italien und später nach Deutschland, kehren langsam zurück. Das Backgammonspiel ist für den klugen Bai Dan die reinste Philosophie, die er seinem Enkel zu vermitteln versucht, wenn er sagt: "Das Schicksal ist der Würfel, den du in den Händen hältst, und das Leben ist ein Spiel auf dem Grad zwischen Glück und Können"
Der schlaue und anarchistische Bai Dan wird von Miki Manojlovic großartig dargestellt. Manojlovic ist einer von Emir Kusturicas Lieblingsdarstellern und hat schon in einigen Filmen des subversiven Regisseurs mitgewirkt. Außerdem hat er die männlich Hauptrolle in „Irina Palm“ verkörpert. In „Irina Palm“ war auch Dorka Gryllus zu sehen, die hier in einer Nebenrolle mitwirkt. Carlo Ljubek (Kammerflimmern, Männer wie wir) überzeugt in der Rolle des Alexander. Zu Recht erhielt dieses humorvolle und ungewöhnliche Roadmovie mehrere Publikumspreise und wurde für den Auslandsoscar nominiert.
Schüler und Studenten haben freien Eintritt.


Ab 19 Uhr gibt es wieder Sushi und Suppe.

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