Programmkino: Der Mann der Friseuse

...eine sinnlich-poetische Liebesromanze.


Nur selten enthält ein Film so viele gute Zutaten, wie „Der Mann der Friseuse“. Ein Film der geradezu in sinnlichen Eindrücken schwelgt. Dabei wird ein kleiner Friseursalon zu seinem eigenen mystischen Universum des Glücks.
Es gibt ganz unterschiedliche Filmemacher, die uns durch ihr herausragendes Talent immer wieder mit außergewöhnlichen Werken erfreuen. Patrice Leconte zählt zu den Magiern unter den Regisseuren. Seine Filme zaubern eine besondere Atmosphäre auf die Leinwand und erzählen unaufdringlich, dafür umso eindringlicher, Geschichten aus einer Welt, wie sie gleich nebenan existieren könnte und doch umgibt diese Erzählungen meist etwas Traumhaftes. Filmen wie „Intime Fremde“, „Die Witwe von St. Pierre“ oder „Ridicule“ wohnt diese magische Aura inne. Sein Meisterwerk bleibt jedoch „Der Mann der Friseuse“.
Antoine ist 12 Jahre als er die Reize von Frauen entdeckt. Es geschieht im Friseursalon von Madame Sheaffer. Als sie ihm zärtlich den Kopf wäscht, schäumen seine Wahrnehmungen förmlich über. Da sind die angenehmen Düfte des Salons, der besondere Geruch der Friseuse, die sanften Berührungen seines Kopfes und die üppigen Rundungen von Madame Sheaffer. Antoine ist verzaubert. Als ihn sein Vater beim Essen fragt, was er einmal werden will, antwortet Antoine voller Überzeugung: „Ich heirate eine Friseuse, wenn ich groß bin.“ Dafür erhält er vom Vater eine kräftige Ohrfeige. Doch die Leidenschaft ist in Antoine entfacht. Viele Jahre später, Antoine (Jean Rochefort) ist bereits Mitte vierzig, betritt er den Salon von Mathilde (Anna Galiena). Die bezaubernde Friseuse weckt in Antoine sofort die Sehnsüchte seiner Kindheit. Er ist augenblicklich verliebt und macht ihr einen Antrag. Schon beim nächsten Friseurbesuch willigt sie ein und der Friseursalon wird ein Ort des perfekten Glückes.
Schüler und Studenten bezahlen keinen Eintritt. Ab 19 Uhr gibt es wieder Sushi und Suppe.