Filmfest 2011: Here & There

Vier Abende - vier Filme! Heute: Here & There

Das Kaminwerk bietet nach 2009 zum zweiten Mal ein Filmfest an.
Heute zeigen wir Here & There.


„Here & There“ ist eine Culture Clash-Komödie über einen abgebrannter New Yorker Musiker, der den Charme Osteuropas entdeckt und einen jungen Serben im harten Big Apple-Überlebenskampf.

Hier das quirlige New York, dort das etwas schläfrige Belgrad. Darko Lungolov kennt beide Orte. Der im früheren Jugoslawien aufgewachsene Regisseur ging nach Beginn des Bürgerkrieges 1991 zum Filmstudium nach New York und arbeitete nebenbei als Umzugshelfer. Einige Erfahrungen aus seiner fünfjährigen Möbelpacker-Zeit sowie der Alltag nach der Rückkehr in seine Heimat, wo vor allem junge Leute nur weg wollen, inspirierten ihn zu einer melancholischen Culture-Clash-Komödie mit emotionalen Widerhaken.

David Thornton spielt mit verwitterter Nonchalance einen zynischen Saxophonisten, der schon seit Monaten sein Instrument nicht mehr angerührt hat und seine Wohnung räumen muss. Die Ex-Freundin nimmt ihn auf und wirft ihn noch schneller wieder raus. In dieser Situation bietet ihm ein junger Serbe einen Deal an: für 5000 Dollar soll er in Belgrad eine Scheinehe mit seiner Freundin eingehen und sie mit einem Touristenvisum in die USA bringen. Während im nostalgischen Ambiente Belgrads der Musiker neue Lebensgeister spürt und sich zwischen ihm und der Mutter seines "Partners" eine zarte Romanze anbahnt, gerät deren Sohnemann am Hudson River in die Klemme, weil ihm ein paar Bösewichte den Kleinlaster geklaut haben.

Die Gegenüberstellung von neuer und alter Welt mit ihren Kontrasten entspricht dem Klischee - das harte und schnelle New York, in dem nur der Stärkere überlebt und Vertrauen nur Ärger bringt, das provinzielle Belgrad, wo es in den Straßen, Märkten und Cafés noch pittoresk zugeht, inklusive kauziger Originale, die ihr großes Herz auf dem richtigen Fleck haben. Alles geht in "Here & There" unaufgeregt seinen Gang bis zum bittersüßen Ende, wenn der geläuterte New Yorker wieder zu Hause ist und sich nach der Fremde, in der er kein Fremder war, zurücksehnt. Die liebenswürdige Geschichte funktioniert vor allem wegen Thornton, der Jarmusch-Feeling auch in Serbien versprüht, die Story in New York wirkt dagegen etwas aufgesetzt. Mit "Here and There" startet der im vergangenen Jahr gegründet Carmino Filmverleih nach "She, A Chinese" seinen zweiten Film, der gut ins Konzept passt, sich auf Werke zu konzentrieren, deren Charaktere und Geschichten zum Leben ermutigen.

Der Film-Song stammt übrigens von 80-Jahre-Ikone Cindy Lauper, die auch in einer kleinen Rolle zu sehen ist.

Ab 19 Uhr bieten wir wieder Sushi und Suppe von Sushi & Wok.

http://www.hereandthere-film.de/

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