Programmkino: Win Win

Glänzend gespielte Tragikomödie von großer Wahrhaftigkeit...


Mike geht jeden Morgen joggen, doch vor seinen Problemen kann er nicht davonlaufen. Der Kleinstadtanwalt aus New Jersey, der in seiner Freizeit das erfolglose Ringerteam der örtlichen Highschool trainiert, steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Seine Praxis läuft so schlecht, dass er die Raten für sein Haus und das Geld für überfällige Reparaturen kaum noch aufbringt. Da ergibt sich aus heiterem Himmel die Chance, die drohende Katastrophe noch abzuwenden. Mike übernimmt die Vormundschaft für einen unter Demenz leidenden Klienten, der weiterhin zu Hause wohnen möchte. Die Sache hat nur einen Haken: Der überforderte Anwalt hat gar nicht die Zeit, sich um den verwirrten Rentner zu kümmern. Und so bringt er ihn kurzerhand doch ins Heim, kassiert aber trotzdem das Geld für die Betreuung.

"Win Win" ist nach "Station Agent" und "Ein Sommer in New York - The Visitor" der dritte und bislang beste Film von Regisseur und Drehbuchautor Tom McCarthy. Die mit leisem Humor und viel Gefühl entwickelte Geschichte fasziniert durch die zurückhaltende In-szenierung und lebensnahe Charaktere. Mit Zuneigung und Zuversicht blickt der Filmemacher aus New Jersey auf seine strauchelnden Figuren. Paul Giamatti überzeugt einmal mehr in der Rolle eines verzweifelten Anti¬helden. Mike ist ein anständiger Kerl, der sich zu einer moralisch heiklen Entscheidung hinreißen lässt und darunter selbst am meisten leidet. Wie der herzensgute Anwalt mit seinem schlechten Gewissen ringt, wie er fürchtet, die Kontrolle über sein Leben zu verlieren - das spiegelt sich auf ebenso ergreifende wie tragikomische Weise in Giamattis Gesichtszügen.

Schüler und Studenten bezahlen keinen Eintritt. Ab 19 Uhr gibt es wieder Sushi und Suppe.
http://www.winwin-derfilm.de/

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