Für die Rauhnacht gibt es noch ausreichend Karten an der Abendkasse!

Programmkino: Der Aufsteiger [FSK 12]

Was macht Politik aus einem Menschen?

Betrand Saint-Jean (Olivier Gourmet) ist Verkehrsminister. Er ist neu auf der politischen Bühne, erlernt das Handwerk aber schnell. Eines Nachts wird er aus dem Schlaf gerissen, denn ein Reisebus ist verunglückt und es gibt mehrere Todesopfer zu beklagen. Sofort reist er mit seiner PR-Beraterin (Zabou Breitman) zum Unglücksort, um seine Betroffenheit zum Ausdruck zu bringen und Interviews zu geben. Das gehört zu seinem Alltag als Staatsdiener, denn um weiterhin auf der politischen Bühne zu bestehen, muss er von einer Katastrophe zur nächsten reisen und Präsenz zeigen. Der Preis, den er für den politischen Aufstieg in Kauf nimmt: Sein Privatleben leidet zunehmend unter seinem Beruf. Er hat zwar an die 4000 Telefonnummern in seinem Handy, doch davon gehört keine einzige einem Freund. Das Prinzip des Machtgewinns in der Politik beeinträchtigt zunehmend seine Ehe und seine tägliche Arbeit wird von Intrigen, Bauernopfern und Opportunismus bestimmt. Als Saint-Jean Opfer eines Verkehrsunfalls wird, verändert sich schlagartig sein Leben...
Von Zeit zu Zeit fasst sich die vermeintliche Elite Hollywoods ein Herz und gibt sich politisch. Das Ergebnis sind meist aufmerksamkeitsheischende Politdramen, die ihr Engagement plakativ vor sich hertragen. Mit größter Ernsthaftigkeit werden offene Türen eingerannt und man verkündet, dass Krieg falsch, Politik ein schmutziges Geschäft und rücksichtslose Gier die Wurzel allen Übels ist. In Prestigefilmen werden diese Erkenntnisse herausposaunt, als wären sie eine revolutionäre Entdeckung. Da kann man sich glücklich schätzen, dass im alten Europa nach wie vor Politfilme gedreht werden, die nicht nur formal wagemutiger, sondern auch inhaltlich komplexer sind als die allermeisten Werke von der anderen Seite des großen Teiches. Während dort allzu oft auf Nummer sicher gegangen wird, ist das französische Politdrama „Der Aufsteiger" zugleich wesentlich bissiger und deutlich souveräner. Regisseur Pierre Schoeller („Versailles") fordert sein Publikum, er findet neue Worte und Bilder für die klassische Geschichte von der Macht und ihrer zersetzenden Wirkung.
Ab 19 Uhr wie immer Sushi und Suppe - Schüler und Studenten zahlen keinen Eintritt!
http://www.deraufsteiger.de/

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